21 Soldaten aus Rotenburg/ Wümme erkundeten mit der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. (EAS) drei Tage lang das Elsass. Die meisten hatten gerade einen Auslandseinsatz in Afghanistan oder im Kosovo hinter sich gebracht. Für sie war die Frankreichreise eine gute Gelegenheit, um abzuspannen und auf andere Gedanken zu kommen.
Niederbronn/Frankreich. Vom 25. bis 28. Oktober 2011 hatten 21 Soldaten aus dem niedersächsischen Rotenburg an der Wümme die Gelegenheit, sich bei einem Seminar der EAS von der Schönheit des Elsass und seiner bewegten Geschichte zu überzeugen. Ausgehend vom kleinen Städtchen Niederbronn les Bains erkundeten die Soldaten nicht nur den deutschen Soldatenfriedhof, an den die Jugendbildungsstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) angegliedert ist, sondern machten sich auf zu alten Schlachtfeldern, einer europäischen Metropole und zu allerlei französischen Spezialitäten.
Zu Beginn des Seminares wurde der deutsche Soldatenfriedhof in Niederbronn erkundet. Unter der fachkundigen Anleitung der Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte des VDK wurden fünf Einzelschicksale näher beleuchtet. Eines davon betraf den Bruder des ehemaligen Finanzministers Theo Waigel, der in Niederbronn seine letzte Ruhe gefunden hat. Am Ende dieses Rundganges sorgte der Militärpfarrer Dr. Martin Michel aus Bruchsal mit seiner Andacht dafür, dass die soeben erlebten Schicksale bei den Teilnehmern auch künftig nicht in Vergessenheit geraten. Über drei Tage begleitete auch der französische Militärpfarrer Paul Müller das Seminar, der seine französischen Soldaten von Straßburg aus betreut. Bei original Elsässer Flammkuchen und gutem Rotwein klang der erste Tag in einem kleinen französischen Lokal aus.
Neben der Erkundung des Kurbades Niederbronn stand am zweiten Tag eine Exkursion zum Schlachtfeld von Wörth auf dem Programm. Hier fand am 6. August des Jahres 1870 eine der großen Schlachten des deutsch/französischen Krieges von 1870/71 statt. Neben dem Museum, wo viele alte Waffen, Uniformen und Dokumente ausgestellt sind, waren es vor allem die vielen Denkmäler und Gräber entlang des ehemaligen Schlachtfeldes, die beeindruckten.
Der Donnerstag war dann der Tag der europäischen Metropole im Elsass: Straßburg! Nur eine gute Stunde mit dem Bus ist man bis zur Stadtmitte von Straßburg unterwegs. Bevor die charmante Stadtführerin in die Geheimnisse Straßburgs einweihen konnte, stand für viele erst einmal "shopping" auf dem Programm. Kurz nach dem Mittag ging es dann auf den knapp zweistündigen Stadtrundgang, der in der "Cathedrale Notre-Dame" endete. Spätestens die gewaltige astronomische Uhr mit ihrer einzigartigen Mechanik sorgte bei den Soldaten für Aufmerksamkeit.
Nach der Rückfahrt sollte noch das kulinarische Highlight der Woche kommen: die Käse- und Weinprobe.
Der Kellermeister eines kleinen Weingutes in der Nähe hatte acht Weine und die passenden Käsesorten vorbereitet. Da viele Teilnehmer in ihrem Lebensalter noch nicht weit fortgeschritten waren, hatten einige ihre erste Berührungen mit ausgesuchten Weinen und vor allem den angebotenen Käsesorten. Gerade die, zugegebenermaßen recht strengen Ziegen- und Weichkäsen trafen nicht jedermanns Geschmack und riefen ins Bewusstsein, dass Scheibletten im Cheeseburger doch nicht so viel mit Käse zu tun haben.
Nach einer kurzen Nacht ging es am Freitag wieder auf die 650 Kilometer lange Reise in den Norden Deutschlands. Für die Soldaten des Fernmelderegimentes 1 aus Rotenburg war es eine lange, aber lohnende Reise. Dank dafür gilt der Führung des Fernmelderegimentes, dem Team der Jugendbegegnungsstätte des VDK und den Militärpfarrern Martin Michel und Paul Müller.
Text und Fotos: Dieter Hollinde
Seit 1957 ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. überall dort aktiv um Betreuungsangebote bemüht, wo der Bund dies nicht leisten kann.