Mit den Herausforderungen des Altwerdens setzten sich am Wochenende 21 Rüstzeitteilnehmer sowohl theoretisch wie auch praktisch auseinander.
Homberg-Hülsa. Das Evangelische Militärpfarramt Bad Salzungen unter Leitung von Herrn Pfarrer Wolfram Schmidt lud gemeinsam mit dem Regionalreferenten Ost der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) Herrn Volker Specht zur Rüstzeit mit dem Thema „Alt werden – verstehen“ ein.
Gerade in diesen Wochen bestimmen Debatten um den drohenden Pflegenotstand in Deutschland und Vorschläge, wie diesem politisch und gesellschaftlich zu begegnen sei, die deutschen Medien. Unsere Gesellschaft wird stetig älter – immer mehr Familien haben pflegebedürftige Angehörige und sollten sich gleichermaßen auf das eigene Älterwerden vorbereiten. Auch in der Bundeswehr gewinnt das Thema an Brisanz, da Soldatenfamilien von den beschriebenen Herausforderungen ebenso betroffen sind.
Vor diesem Hintergrund hat das Evangelische Militärpfarramt Bad Salzungen und die EAS eine Rüstzeit für Angehörige der Bundeswehr organisiert, bei der sich die Gruppe mit den Grundlagen der Pflegeversicherung und einer guten Altersvorsorge auseinandersetzte. 21 Teilnehmer nutzten das Infoangebot und holten sich von dem Referenten Stefan Euler, Gesundheits- und Sozialökonom, unter anderem auch individuellen Rat in Pflegefragen.
Mit dem Alterssimulationsanzug, der Beweglichkeit, Ausdauer und Wahrnehmungsvermögen massiv einschränkt, erlebten die Teilnehmer am eigenen Leib, wie sich der Alterungsprozess anfühlt. Alltägliche Aufgaben, wie das Binden der Schnürsenkel, das Lesen der Tageszeitung oder das Treppensteigen wurden im Altersanzug zur enormen Herausforderung. Dank des spannenden Praxisteils wich die anfängliche Skepsis am Thema schnell dem großen Interesse der Rüstzeitgruppe. „Die praktische Übung schärft das Bewusstsein“, brachte es dabei einer der Teilnehmenden auf den Punkt.
"Alt werden - verstehen" ist ein Konzept des EAS Bildungsangebotes, das in verschiedene Seminarformen der Militärseelsorge und der Bundeswehr eingebettet und bei der EAS jederzeit nachgefragt werden kann.
Text: Tabea Vorwergk
Bilder: Volker Specht
Seit 1957 ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. überall dort aktiv um Betreuungsangebote bemüht, wo der Bund dies nicht leisten kann.