Josefa Platzer, seit vielen Jahren in dem Projekt "Leihen Sie ihr Ohr" engagiert und in diesem Jahr ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz, berichtet vom einem zweitägigen Ehrenamtlichenseminar, das die Evangelische und die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung organisierte.
Fulda (Hessen). Ein rauer Herbstwind wehte durch das Kolping-Feriendorf Herbstein als 20 ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) der Familienbetreuungsorganisation der Bundeswehr (FBO) für ein Aufbauseminar vom 25. bis 27. November 2011 der Evangelischen und Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS & KAS) eintrafen.
Wenn auch die meisten von uns die ehrenamtliche Tätigkeit im Projekt „Leihen Sie Ihr Ohr“ schon viele Jahre ausüben, so besteht doch auch aus meiner Sicht die Notwendigkeit einmal jährlich an den Gesprächen dieses Seminars mit fachlicher Begleitung teil zu nehmen, nicht zu letzt um einer gewissen Betriebsblindheit vorzubeugen.
Schon die Vorstellungsrunde am Freitagabend hatte einen veränderten Charakter und ließ erahnen, dass die beiden Seminarleiter – Hildegard Stumm (KAS) und Volker Specht (EAS) – die Arbeitseinheiten durch ihre Professionalität sehr lebhaft und kurzweilig gestalten würden.
Nach einem reichhaltigen Frühstück am Samstagmorgen stiegen wir in das Seminarprogramm ein. Jede(r) von uns hat in unserer ehrenamtlichen Aufgabe im Laufe der Jahre schon einmal die Situation der Hilflosigkeit erlebt. Das ist unbestritten. Und so trugen sogenannte Fallbeispiele, die wir aus unserem doch sehr reichhaltigen Erfahrungsschatz aus der ehrenamtlichen Tätigkeit mitgebracht hatten, zu einer regen Arbeitsbereitschaft bei, die begleitet und unterstützt von den beiden Seminarleitern für uns alle zu einem konstruktiven - und damit erfolgreichem Ergebnis führte.
Zwei Dokumentarfilme über die Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan wurden in das Arbeitsprogramm eingebaut und lieferten regen Gesprächsstoff untereinander. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Thema uns auch noch in den gemütlichen Teil des Abends begleitete.
Nach einer Besinnungsstunde in der hauseigenen Kapelle am Sonntagmorgen ging es zur Aufarbeitung der Schwerpunkte und damit dem Ende dieses Seminares entgegen. Ich denke im Namen aller Seminarteilnehmer(innen) sagen zu können, dass wir auch diesmal das Optimum an Erfahrungsaustausch und Neuland erreicht haben. Jedenfalls darf ich im Namen meiner Mitstreiter(innen) den beiden Seminarleitern für ihr hohes Engagement an dieser Stelle sehr herzlich danken, auch dafür, dass sie uns in unserer ehrenamtlichen Aufgabe bestärken und bestätigen.
„Niemand ist nutzlos auf dieser Welt, der einem Anderen die Bürde leichter macht“.
(Charles Dickens)
Text: Josefa Platzer, Ehrenamtliche Mitarbeiterin FBZ Lahnstein
Bilder: Volker Specht
Seit 1957 ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. überall dort aktiv um Betreuungsangebote bemüht, wo der Bund dies nicht leisten kann.