Am 20. Oktober organisierte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) mit der Panzerlehrbrigade 9 aus Munster einen "Markt der Möglichkeiten", der sich dem Thema Tod und Verwundung widmete. Viele Institutionen aus dem Umfeld der Bundeswehr beteiligten sich mit einem Informationsangebot, um über Hilfen aufzuklären, die sich an betroffene Angehörige richten.
Munster. Im Soldatenheim versammelten sich am Morgen die "Händler" und bereiteten Ihre Stände vor. An diesem Donnerstag sollte es aber nicht um Obst, Gemüse oder sonstige Lebensmittel gehen, stattdessen sollte Wissen an den Mann und die Frau gebracht werden.
Vertreter der EAS, des Bundeswehrsozialwerkes, der Familienbetreuungsstellen Munster und Luttmersen, des Bundeswehrverbandes, des Sozialdienstes der Bundeswehr und die Truppenpsychologin der 1. Panzerdivision, Frau Silke Hielscher, wollten an diesem Tag zeigen, was ihre Institutionen für die Angehörigen von verwundeten oder gefallenen Soldaten leisten können.
Die Marktbesucher setzten sich aus den Teams zusammen, die für die Überbringung einer Todes- oder Verwundungsnachricht ausgewählt wurden. Diese Teams sollen auch die Betreuung der Angehörigen über einen längeren Zeitraum gewährleisten. Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, haben sie bereits einiges an Ausbildung absolviert. An diesem Tage sollte nun das Wissen über verschiedene Organisationen der Bundeswehr und nahestehende Organisationen hinzukommen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die EAS und den Stellvertreter des Brigadekommandeurs, Herrn Oberstleutnant Christian Wichmann, teilten sich die gut 50 Soldaten in sechs Gruppen auf und verteilten sich auf die verschiedenen Seminarräume. Jeweils 45 Minuten blieben hier für einen kurzen Vortrag und vor allem für viele Fragen, die innerhalb der kleinen Gruppen gut von den Referenten beantwortet werden konnten. Unterbrochen wurde der Marktbesuch nur für ein Mittagessen im Munsteraner Soldatenheim. Nach über sieben Stunden verließen die Teilnehmer mit gefüllten Köpfen das Haus und fühlten sich noch ein wenig besser auf ihre Aufgabe vorbereitet.
Die EAS dankt allen Institutionen für Ihre Teilnahme und hofft, dass die Teams ihr Wissen nie anwenden müssen.
Text: Dieter Hollinde
Seit 1957 ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. überall dort aktiv um Betreuungsangebote bemüht, wo der Bund dies nicht leisten kann.