Die in dem afghanischen Außenlager OP North stationierten Soldaten leben in spartanischem Umfeld. Umso bedeutsamer sind die scheinbar kleinen Betreuungsaktionen von EAS und KAS, die die Soldaten dort erreichen. Das zeigt nicht zuletzt der Bericht des Militärpfarrers York-H. Meyer, der jüngst 100 OASE-Currywürste von der Firma BLOCK MENÜ auf ihrem Weg zu den Soldatinnen und Soldaten im OP North begleitete.
Würste für die Wüste
Mazar-e Sharif. Manchmal geht es im Einsatz im ganz wörtlichen Sinne um die Wurst. Für viele bedeutet es ein Stück Heimat, in der OASE in Mazar-e-Sharif eine Currywurst zu essen. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit dazu. Nur wenn „instand gesetzt" werden muss, kommen die Soldatinnen und Soldaten in Teilen in das große Camp am Marmal-Gebirge zurück. Im OP-North ist die Küche aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eingeschränkt. Gerade hier ist ein Leckerbissen besonders begehrt. Deshalb wurde uns durch die OASE ein erstes Gebinde von 100 Currywürsten zur Verfügung gestellt, um sie im OP kostenlos zu verteilen.
Da Soldatinnen und Soldaten vor allem in Bereichen, wo neue Einheiten aufwachsen, oft improvisieren müssen, ist für jeden Snack die einfache Zubereitung wichtig. Diesen Anspruch erfüllten auch die Currywürste von EAS und KAS, die als praktische Convenience-Ware auch unter Einsatzbedingungen zubereitet werden konnten: Die tiefgefrorenen Beutel mussten in heißes Wasser gelegt werden und konnten dann serviert werden. Vor dem Hintergrund, dass sich EAS und KAS gerade verstärkt um jene Einheiten in den Außenlagern kümmern, die noch schlecht ausgestattet sind, ist auch diese Wurst eine gute Idee, damit es auch einmal etwas Besonderes gibt. In Kürze wird es weiter flexible Betreuungsmaßnahmen geben, darunter die „OASE in der Box".
Obwohl es um die Wurst ging, war kein Verlass auf die amerikanischen Hubschrauber.
Alles war logistisch gut durchgeplant. Wir wollten die gefrorenen Würste mit in den OP-North bringen und dann direkt servieren. Der Hubschrauberflug dauert ungefähr 45 Minuten, was für die gefrorenen Würste bei sofortigem Aufwärmen und Verzehr unbedenklich gewesen wäre. Dann aber wurde uns bedeutet, dass nur zwei kleinere Hubschrauber fliegen würden, so dass wir keinen Platz für die Würste hatten.
Platz genommen hatte in den Hubschraubern dagegen Ulli Gack, der bekannte Korrespondent des ZDF, mit Kameramann, Cutter und sehr viel Ausrüstung. Sie waren an Bord, damit die Menschen in Deutschland ihr legitimes Informationsbedürfnis stillen können. Mich bewegte dabei der stille Gedanke, dass dieses Informationsbedürfnis solange „wurscht sein" müsste, bis auch unsere Currywürste angekommen wären. Jetzt musste ich immer daran denken, dass ich innerhalb eines Tages eine Transportalternative für die Würste finden musste.
Currywurst Marsch!
Schließlich fanden wir eine Einheit, die bereit war, die delikate Fracht auf dem Marsch in den OP mitzunehmen. Das OASE-Team stand vor 6:00 Uhr bereit, um die Kiste mit den Würsten zu verladen. Nach drei Stunden „Landmarsch" standen ein gepanzertes Fahrzeug und ein eingestaubter Soldat vor unserem Zelt im OP North: „Wir haben da was für euch!" Umgehend wurden alle Teileinheiten von einem Offizier des Tactical Operation Center in Kenntnis gesetzt, dass man jetzt eine Wurst bei uns essen könnte. Obwohl der OP-North sehr weitläufig ist, kamen auch Kameradinnen und Kameraden von den weiter abgelegenen Einheiten, um eine Wurst zu probieren. „Scharfe Sache" kommentierte ein Soldat, der mit Cola und Wurst in der Sitzgruppe Platz genommen hatte. Die wirklich gut gewürzte Delikatesse wurde sogar vom Commander des OP-North OTL Hübner für gut befunden.
Ratzeputz aufgegessen
Auch wenn wir die Presse nicht direkt an der Wurstaktion teilhaben lassen konnten, weil sie am Verteiltag außerhalb unterwegs war, gab es doch Gelegenheit von unserer köstlichen Überraschung zu berichten: Mehrmals fanden sich die Journalisten bei uns im gemütlichen OASE-Zelt ein, um hier Beiträge zu schneiden und zu versenden. Zwar scheint es heutzutage ein Leichtes, ganze Fernsehbeiträge über Satelliten zu versenden - eine Currywurst aber lässt sich so nicht übertragen. Ebenso sind Bilddaten, die man dann auf eine CD brennt, zwar bissfest, aber längst nicht so schmackhaft wie unsere Wurst.
Schon gegen Abend waren alle Würste verputzt. Viele Gespräche auch zu ernsteren Themen entstanden beim Warten auf die Wurst und während des Essens. Stabsfeldwebel Owsianski kam mit dem Wurstwärmen kaum nach.
Für mich ist die Idee, solche Currywürste in den Einsatz zu bringen, vor allem für die Lager genau richtig, wo solche Dinge in der regulären Verpflegung nicht vorgesehen sind. Ebenso wenig lassen sie sich hier selbst herstellen. Es sind gerade diese kleinen Dinge, die den Einsatzalltag erträglich und manchmal auch schön machen. Manchmal helfen sie auch zum Gespräch: Man kommt wegen der Wurst und bleibt wegen des Gesprächs, dass sich in der Runde entfaltet, weil hier und dort doch noch eine Frage oder ein Thema unter den Nägeln brennt. Nicht selten geht es auch dann „um die Wurst".
Text: Dr. York-H. Meyer, Tabea Vorwergk
Bilder: Andreas Owsianski
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Mobilität! Bewegung. Veränderung?
Einsendeschluss für alle Arbeiten zum Thema:
31. Mai 2012
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Seit 1957 ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. überall dort aktiv um Betreuungsangebote bemüht, wo der Bund dies nicht leisten kann.