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17. Mai 2011

ZDF-Gottesdienst am Militärflughafen Köln-Wahn

EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider predigt zum Thema „Freiheit - am Hindukusch verteidigt?"

Köln. Am vergangenen Sonntag, den 15. Mai, übertrug das ZDF einen Fernsehgottesdienst von einem symbolträchtigen Ort: Gesendet wurde aus der Abflughalle des Militärflughafens Köln-Wahn, von wo aus die deutschen Bundeswehrsoldaten zu ihren Einsätzen in Afghanistan aufbrechen.

Die Predigt hielt Präses Nikolaus Schneider, Rats-Vorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière trug die Lesung des Gottesdienstes vor. Der Bundeswehrchor Wahn ebenso wie ein Bläserquintett des Musikkorps der Bundeswehr sorgten für die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes.

Mit dem Auslandseinsatz in Afghanistan sei die Bundeswehr in Kampfeinsätze verwickelt, in denen deutsche Soldaten Menschen töten und selbst verwundet oder gar getötet würden, hieß es von Seiten der EKD. So habe der Krieg in Afghanistan, der auf politischer Ebene lange als Einsatz zur Verteidigung der eigenen Freiheit ausgewiesen wurde, heftige Diskussionen in der deutschen Öffentlichkeit und unter den Soldaten der Bundeswehr ausgelöst.

Nikolaus Schneider forderte in seiner Predigt eine ernsthafte und ausführliche Diskussion über die Auslandseinsätze der Bundeswehr und sagte weiter, dass es Situationen gebe, in denen wir nicht ohne Schuld bleiben könnten. Gottes Geist aber möge dabei helfen, bei all den notwendigen politischen und theologischen Diskussionen das Leiden betroffener Menschen, auch das unserer Soldaten, im Blick zu behalten.

So warb Schneider um Anteilnahme für jene Männer und Frauen, die am Hindukusch ihren schwierigen Dienst tun. Die Soldaten seien Menschen aus unseren Gemeinden und gehören zu uns, in unsere Mitte. Weiterhin mahnte Schneider, dass Kirche und Gesellschaft wahrnehmen müsse, wer aus dem Einsatz zurückkehre - verwundet oder mit belastenden Erfahrungen der Seele.

Die Botschaft des EKD-Ratsvorsitzenden ist auch der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (EAS) eine wesentliche Motivation ihrer Tätigkeit. In enger Zusammenarbeit mit der Evangelischen Militärseelsorge leistet Sie einen wichtigen Beitrag für die Seel- und Fürsorge der deutschen Soldatinnen und Soldaten im In- und Ausland. Darüber hinaus setzt sich dies EAS für einen lebendigen Austausch zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft ein.

Text: Tabea Vorwergk
Bild: Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

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